
Kleiner Krebs vom Nordseestrand,
kribbelnd krabbelst du in meiner Hand
auf spitzen Beinchen.
Blass ragen sie aus deiner Burg heraus
– ein geschecktes Schneckenhaus –
vom Eigentümer aufgegeben.
Darin fühlst du dich geborgen,
genug geschützt, um ohne Sorgen
im salzsandigen Wasser umher zu flitzen.
Betaste ich dich mit Fingerspitzen,
ziehst du dich blitzschnell zurück
tief ins gewundene Häuschen hinein,
hältst still, stellst dich tot
bis die wassermangelnde Not
dich aufgebracht strampeln lässt um dein Leben.
Trotz gepanzertem Schneckenhaus
wirkst du zerbrechlich, wie feinstes Porzellan
so zart, so filigran
und dennoch wunderbar wendig,
unbekümmert lebendig,
gänzlich hingegeben dem Augenblick.
Davon ein Stück
nehm ich mir mit.